Sie hungerten und wussten nicht mehr weiter

Beispiele wie Frauen moderner Sklaverei entkommen – For Freedom
Aus tiefster Not brauchen sie unsere Hilfe

For Freedom: Wie Frauen aus Prostitution entkommen

„For Freedom“ ist ein Programm unserer Partnerorganisation SIM gegen Ausbeutung, Sexgewerbe, Menschenhandel und moderne Sklaverei, in das wir uns als DMG bewusst eingeklinkt haben. Gemeinsam unterstützen wir Projekte in aller Welt, um Gefährdeten beizustehen, und helfen christlichen Gemeinden vor Ort, präventiv und in der Nothilfe für Betroffene. Drei Beispiele aus verschiedenen Projekten in Südostasien, wie Frauen aus dem Sumpf der Prostitution entkommen:

Traumatisiert, verstört und krank

Kumari* war sehr ruhig, als sie mir das erste Mal in unserem Nachsorgezentrum gegenübersaß. Verloren starrte sie Löcher in die Luft; sie war traumatisiert und hatte den Bezug zur Realität verloren. Dieses Mädchen war heftig ausgebeutet worden. Einer ihrer Peiniger ist ein mächtiger Mann in unserer Stadt. Kumari fürchtete um ihr Leben. Dank der liebevollen Unterstützung unseres Teams öffnete sie sich mit der Zeit und erzählte …

Kumari hatte als Kleinkind den Tod ihres Vaters miterlebt. Seither hatte das Mädchen viel Schmerz erlitten. Ihr Körper und Geist waren gebrochen. Wir gaben Kumari die bestmögliche medizinische Versorgung, doch sie wurde nicht gesund. Eines Nachts sah ich auf der Straße Werbung für ihre Ausbeuter. Wie mächtig Kumaris Gegner waren! Wie sollte sich dieses schmächtige Mädchen mit ihrem kranken Körper gegen diese Riesen behaupten? Ich sagte Gott, wie unfair das sei. Würde sie Gerechtigkeit erfahren? Könnte sie, so krank wie sie war, vor Gericht aussagen? Als Antwort hörte ich eine innere Stimme: „Deshalb habe ich sie zu dir geschickt!“

Seither habe ich keine Angst mehr um Kumari: Gott kann ihr helfen! Sie ist gebrochen, doch sie steht gegen einen Mächtigen – mit Gott an ihrer Seite. Gott hilft Menschen mit gebrochenem Herzen, sie hat definitiv eine Zukunft. Inzwischen führt sie ihren Kampf, und meine Kollegen und ich lernen, mit ihr zu hoffen.

Als Sklavin dem Bordell entflohen

For Freedom: Menschenhandel und moderne Sklverei bekämpfen

Mimis* Vater starb, als sie zehn Jahre alt war. Die Mutter war bettelarm. Sie sah keine Alternative und schickte ihr Mädchen in einen Haushalt, um etwas dazuzuverdienen: Die Zehnjährige musste für ihre Herrschaften Geschirr spülen, Fußböden schrubben und Wäsche waschen. Sie wurde geschlagen, sexuell missbraucht und man ließ sie hungern. Zweimal entkam sie nach Hause, nur um wieder in die Sklaverei in eine andere Familie geschickt zu werden.

Später arbeitete Mimi in einer Kleiderfabrik. Sie ahnte nicht, dass ihre Kollegin und ihre neue Mitbewohnerin Prostituierte waren. Der Fabriklohn reichte nicht fürs Leben. Ihre Mitbewohnerin führte sie ans Sexgewerbe heran. Fortan arbeitete Mimi tagsüber in der Fabrik, nachts im Bordell. In Mimis Land gibt es 100.000 Prostituierte wie sie und eines der größten Bordelle der Welt. Armut, zerrüttete Familien, Einsamkeit und Missbrauch zwingen Frauen in die Prostitution.

Ein christliches Obdachlosenheim mit ganzheitlichem Ausbildungsprogramm nahm sie auf. Hier lernen die Frauen Lesen, Schreiben und berufliche Fertigkeiten wie Nähen oder Schmuckherstellung. Das Projekt bietet Lebenstraining und Gesundheitsunterricht an, vermittelt Werte und schult Eltern im Umgang mit Kindern. Sie erhalten Mikrokredite, damit sie fortan selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können.

Als Mimi ins Projekt kam, war sie schwanger und beinahe verhungert. Durch die christlichen Helfer erlebte sie Gottes Liebe. Heute nimmt sie an Andachten teil. Wenn es schwierig wird, betet Mimi zu Jesus Christus. Sie hat verstanden, was Jesus für sie getan hat, und will nicht mehr in ihr altes Leben zurück.

Sie entkam der Prostitution – heute kann sie sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen
Heute kann sie sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen

Sie wollte sich das Leben nehmen

Lily* stand oben auf einer Brücke und wollte ihrem Leben ein Ende bereiten. Da sprach eine Frau die 18-Jährige an und bot ihr einen Job als Hausangestellte. Doch nach wenigen Monaten versuchte der Hausherr, Lily sexuell zu missbrauchen. Erschrocken floh sie. In einem Markt bot ihr eine andere Frau einen Job an: mehr Geld, ein besseres Leben. Verzweifelt stimmte Lily zu, ohne Details zu kennen. Die Frau brachte Lily ins zweitgrößte Bordell des Landes – und verkaufte sie als Sexarbeiterin. Lily hatte keine Chance. Sie wollte fliehen, doch sie war gefangen und verängstigt.

Ein Mann kaufte sie frei, Lily bekam drei Kinder von ihm. Doch er verließ sie. Um ihre Kinder durchzubringen, verkaufte Lily in den Straßen der Stadt ihren Körper und ging betteln. Es reichte nicht, sie hungerten. In größter Not traf Lily die schwere Entscheidung, zwei ihrer Kinder zur Adoption freizugeben.

Wieder stand Lily auf der Brücke und blickte auf die Lastwagen und Busse hinab. Was sollte sie noch mit ihrem Leben? Diesmal entdeckte der Leiter eines Hilfsprojektes sie. Seine Organisation bietet sichere Unterkunft für Frauen und Kinder in Not und hilft ihnen, den Fängen der Sexindustrie zu entkommen. Sie erhalten eine gute Ausbildung, Lily erlebte einen echten Neuanfang. Inzwischen ist sie fertig und verdient sich ihren Lebensunterhalt mit der Herstellung von Decken.

* Alle Namen geändert

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Bitte beten Sie für unsere Initiative „For Freedom“ gegen Menschenhandel, Flüchtlingsnot in aller Welt und moderne Sklaverei. Wenn Sie unsere Initiative „For Freedom“ unterstützen möchten, erbitten wir eine Spende aufs  Konto der DMG  mit Stichwort: P50256 For Freedom.