Leere Hände

Wie Jesus unsere Hände füllt ...

Mit leeren Händen steh ich hier. Vor dir, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, dem selbstlosen Hirten seiner geliebten Schafherde, dem König der Könige, der über allem thront und sich doch selbst nicht verschont, obwohl ihm die Perfektion innewohnt.

Mit leeren Händen steh ich hier, es gibt nichts, was ich dir bringen kann, denn alles was ich habe  und bin ist mir in den Staub gefallen, irgendwann. Und nun ist es unvorstellbar, dass jemand Großes wie du jemand so Kleines wie mich gebrauchen kann. So oft hast du aus meinem Mund vernommen, dass ich dir mein ganzes Leben geben will, und dann bin ich doch immer wieder von deinem Weg abgekommen.

Ich habe meine Versprechen nicht gehalten, hab vergessen zur rechten Zeit die Hände zu falten, habe gesehen, was zu tun ist in dieser Welt, die sich ständig wandelt und trotzdem habe ich immer wieder gegen deinen Rat gehandelt.

Was könnte ich dir geben, das würdig wäre, es in deiner Schatztruhe für die Ewigkeit aufzuheben? Was könnte ich dir schenken, dem Schöpfer, der die Macht hat selbst die größten Planeten auf ihrer Bahn zu lenken? Was könnte ich dir bringen, denn selbst meine schönsten Melodien klingen tonlos, wenn man bedenkt, dass sonst Engelschöre für dich singen.

Doch während ich vor dir stehe und an meiner Menschlichkeit verzweifle, jeden meiner Fehltritte beweine, nimmst du mich auf deine starken Arme, wie ein Kind und nimmst meine Hände in deine. Und dann öffnest du meine Hände, und du sagst:

Leonies Poetry Slam war beeindruckend
Leonie

„Mein Kind, genau diese leeren Hände wollte ich haben, denn ich habe sie gebraucht, am Beginn deiner Zeit, um die schönsten Talente in sie hineinzulegen und die wunderbarsten Gaben. Und ich mag diese Gaben sehr, denn sie sind wert, so viel mehr als du denkst, deshalb möchte ich, dass du deinen Blick auf das Gute in dir lenkst. Und dann lebe, lebe für mich, und pass auf, dass du keine Chance verpasst, denn aus deinen Gaben werde ich mehr machen, als du jemals geglaubt hast. Und anstatt dass du dich hinter deinen Mauern verschanzt, möchte ich, dass du der Welt zeigst, was du drauf hast, was du kannst.

Ich will dein schiefes Menschenlächeln sehen, denn ich verspreche dir, du musst nicht alleine gehen.
Du bekommst das hin, weil ich, dein Vater, bei dir bin, und weil du es wert bist, in meinem Namen dort zu stehen, damit die Menschen meine Liebe verstehen und mich in dir sehen. Denn du warst es von Anfang an wert, dir einige meiner schönsten Eigenschaften zu vererben. Und noch viel mehr bist du es wert, von mir geliebt zu werden, ja du, mein Kind, bist es mir wert, den größten Preis zu zahlen und für dich zu sterben.

Und ja, es war ein Geschenk, darum musst du mir nichts zurückgeben, doch ich habe dich berufen zu leben, habe dir ins Herz gelegt nach Ewigkeit und vollkommener Liebe zu streben. Und damit uns nichts mehr trennt habe ich einen Weg gefunden, dir jegliche Fehltritte zu vergeben. Darum gibt es keine größere Freude für mich, als wenn du auch mich liebst und deine Gaben zu meiner Ehre hingibst.

Ich, ein kleiner Mensch, stehe hier, meine Hände aber sind nicht mehr leer, denn du hast sie gefüllt und du gibst mir täglich mehr. Du hast mich zwischen all diese Menschen gestellt, damit ich nicht alleine losziehen muss, sondern wir gemeinsam bauen können an einer, deiner besseren Welt.

Also los, reichen wir uns unsere vollen Hände und gehen gemeinsam in jedes Land, in jede Stadt bis ans Ende der Welt und zeigen ihr, wer das Universum bei all dem Chaos noch zusammenhält. Denn unser Schutz ist Gottes Segen, seine Liebe die Kraft zum Leben, unser Zuhause das Himmelszelt.

Und wenn meine Gaben nicht ausreichen und es für mich nicht mehr weitergeht, dann dreh ich mich um und sehe, dass ihr mit allem was ihr könnt schon hinter mir steht. Also gehen wir los, jeder auf seine Weise und wir nehmen all unseren Mut und all unser Vertrauen mit auf unsere Reise.

Lasst uns gehen, lasst uns Licht sein und aufeinander aufpassen, lasst uns mit unseren Füßen in Turnschuhen Geschichte schreiben und anfangen Leben zu verändern, denn der Schöpfer aller Dinge, der Hirte, der König der Könige ist unser Auftraggeber, er steht hinter uns und auf ihn können wir uns vollkommen verlassen.

Von Leonie Staufner
(Freiwilligendienst 2017/18 mit der DMG in Griechenland, live vorgetragen beim JuMi 2017)