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Wir danken Gott für Karlheinz Berger (1927 – 2020)
(Kommentare: 1)

Wir danken Gott für das große Vorbild von Karlheinz Berger (1927 - 2020)

„Der Herr sagt nicht: Geht hinein, die Tür ist offen, sondern: Klopft an und es wird euch aufgetan. Bitte helfen Sie klopfen! Außerdem hat ein Haus nicht nur Türen, sondern auch Fenster.“

Karlheinz Berger ist im Erzgebirge aufgewachsen, machte nach der Schulzeit eine kaufmännische Lehre, die er 1944 für den Arbeitsdienst und Kriegseinsatz unterbrechen musste und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach der Entlassung schloss er seine Lehre 1946 bei EDEKA in Dresden ab und arbeitete dort noch 2 Jahre in seinem Beruf. 1948 wechselte er nach Württemberg und half bei einem Bauer in der Landwirtschaft. Durch diese Bauernfamilie lernte er Jesus als seinen persönlichen Retter kennen. Er fand in Fellbach Arbeit in seinem erlernten Beruf und schloss sich einer Gemeinde an. Eine Bibelstunde hielt ein Studierender des Missionsseminars Beatenberg, Schweiz. Durch diese Begegnung fühlte er sich von Gott klar an dieses theologische Seminar geführt, an dem er 1951 – 53 studierte. Bereits im 2. Semester bekam er seinen Ruf nach Südamerika und in die englische Mission „Unevangelized Fields Mission (UFM), die mit der DMG zusammenarbeitet. Ihr schloss er sich nach der Absolvierung an und reiste im Oktober 1954 als einer der ersten DMG-Missionare nach Brasilien aus – damals noch 4 Wochen per Schiff. Gleich nach der Ankunft in der Großstadt Belem (Nordost- Brasilien und Tor zum Amazonas-Becken) und während der ersten Portugiesisch-Lektionen begann er bereits mit dem Verteilen von Evangeliums-Flyern auf der Straße und dem Verkaufen von Bibeln auf dem Samstagmarkt der Großstadt. Doch sein Ziel waren die mit dem Evangelium noch unerreichten Völker – und nach 8 Monaten Portugiesisch-Studium zog er bereits zu einem Missionar in den Urwald. Der Einsatz unter Indigenen war schwierig, wie er bereits in seinem ersten Rundbrief im Dez. 1954 bekannt hatte:

„Drei Missionarskollegen waren ein paar Jahre zuvor von Indigenen am Xingu-Fluss ermordet worden. Vor einigen Jahren richtete die Regierung eine Organisation zum Schutz der Indianer ein und erließ u.a. ein Gesetz, das Ausländern das Zusammenleben mit Indianern verbietet. Dies bedeutete für die Mission einen schweren Schlag. Verheißungsvolle Anfänge mussten aufgegeben werden, und das Schwergewicht der Mission verlagerte sich auf die Evangelisation der brasilianischen Bevölkerung, sowie auf Bibelschulen und Internate. Der Herr hat Großes getan und den Einsatz seiner Diener nicht unfruchtbar gelassen – die Indianermission trat zurück. Man sagt da gewöhnlich: Die Türen haben sich geschlossen. Ich halte nicht viel von diesem Ausdruck, denn der Herr sagt nicht: Geht hinein, die Tür ist offen, sondern: Klopft an und es wird euch aufgetan. Bitte helfen Sie klopfen! Die Türen sind noch offen, das heißt sie sind noch beweglich. Und außerdem hat ein Haus nicht nur Türen, sondern auch Fenster. Sicher sagen Sie auch, dass es nicht anständig sei, zum Fenster einzusteigen. Doch vielleicht ändern Sie Ihre Meinung.“

Das war sein Lebensmotto: die Leidenschaft, Menschen mit Jesus bekanntzumachen, und dabei frische, neue Wege zu suchen. Zunächst lebte er (zusammen mit einem Kollegen) bei den Kayapos in Gorotire, die „noch vor wenigen Jahren zu den wildesten und gefährlichsten“ indigenen Völkern zählten. Er lernte ihre Sprache, sie behandelten Kranke und Verletzte, lehrten 40 ungestümen indigenen Kinder Lesen und Schreiben, halfen praktische auf vielfältige Weise und luden jeden Abend zu Versammlungen ein, zu Singen, Bibelgeschichten, Botschaften auf Grammophon, Programm.

Im ersten Heimataufenthalt heiratete er in Deutschland seine Braut Eugenie Krauss, die von 1954-55 ebenfalls Beatenberg besucht hatte; ihnen wurden später 4 Kinder geschenkt. Ehepaar Berger arbeitete zunächst unter den Kayapos in Kokraeimoro und diente ihnen in der Liebe Jesu. Das Leben unter primitiven Umständen im kleinen Indianerdorf, unter ständiger Beobachtung stellte eine große Herausforderung dar. Mehrfach zog die Dorfgemeinschaft um und sie mussten an dem neuen Ort wieder eine Holzhütte bauen. Unter anderem lehrten sie indigenen Kindern Lesen und Schreiben; einige kamen zum Glauben an Jesus und bildeten später den Grundstock der Gemeinde. Doch erlebte er auch viel Anfeindungen. Während einer Dienstreise wurde ihr Haus geplündert und niedergebrannt. Das erforderte 1967 einen Wechsel in die Arbeit unter den Guajajaras. Auch in Sao Pedro durften er und seine Frau Eugenie Freundschaft schenken und Wortes Gottes ausstreuen. Im August 1971 berichten sie: „Einige Indianer zeigen großes Interesse am Evangelium, und wir beten, dass sie sich bekehren“. Nach jeweils 4 Jahren Einsatz kamen sie nach Deutschland und berichteten in Gemeinden begeistert von ihrer Arbeit unter den Indigenen. Gerne sprach er über das Thema: aus Feinden zu Freunden, wie durch das Evangelium tief verfeindete indigene Volksgruppen zu Freunden geworden sind. Das schafft die Kraft Gottes. Ihre Berichte waren so eindrucksvoll, dass etliche junge Zuhörer in den Missionsdienst nach Brasilien gerufen wurden; einige wurden sogar ihre unmittelbaren Nachfolger unter den Kayapos und Guajajaras.

1973 wurden Bergers nach Belem in die Verwaltung ihrer Missionsgemeinschaft MICEB berufen, dort konnte er die Fachkenntnisse aus seinem ersten erlernten Beruf einbringen. So konnten sie auch mit ihren Kindern zusammenleben, die bereits einige Jahre im Internat der Schule für Missionskinder untergebracht waren; am Wochenende engagierten sie sich in einer Gemeindegründung in der Altstadt von Belem; besonders lag ihnen die Jugend am Herzen, für die sie ein Kaffeehaus einrichteten.

1979 wurde Karlheinz zum Leiter der Missionarsgemeinschaft MICEB in Brasilien gewählt, einem Konsortium von 4 internationalen Missionen mit Missionaren aus etlichen Ländern. Es war eine Herkules-Aufgabe, eine solch große und breite Gemeinschaft zu führen durch eine Zeit rasanter gesellschaftlicher und politischer Umbrüche, und es erforderte enormes Fingerspitzengefühl, Missionare aus so viele verschiedenen Nationalitäten zu einen – ein Vorbild für die Mission heute. Etliche Jahre hatte Brasilien keinen evang. Missionare mehr ein Visum erteilt, was große Lücken in der Missionsarbeit riss, jedoch auch brasilianische Christen ermutigte, selbst Verantwortung für Mission zu übernehmen. Dabei war (und ist Karlheinz bis heute) als Leiter hochgeschätzt. In seinem strategischen Denken initiierte er u.a. die Gründung einer brasilianischen Mission für den Dienst unter Indigenen (MEIB), deren Leitung er 1983 in einheimische Hände übergab. Auch darin war er Pionier. Ehepaar Berger kam 1992 zur Pensionierung nach Deutschland zurück, um wenige Monate später nochmals vertretungsweise die Leitung der Missionarsgemeinschaft in Brasilien zu übernehmen. Zudem arbeitete Karlheinz weiter engagiert im DMG-Missionsrat sowie im DMG-Komitee für neue Missionare mit. Sie wohnten bei ihrer Tochter Johanna mit Familie; 2017 verstarb seine liebe Frau Eugenie. Im letzten Jahr nahm seine Kraft immer mehr ab, doch stärkten ihn die alten Glaubenslieder und das vorgelesene Wort Gottes. Am 7. Nov. durfte er im Kreis seiner Familie zu seinem Herrn Jesus Christus gehen. Ein außergewöhnlich langes und reiches Leben ist zum Abschluss gekommen. Wir danken Gott für das große Vorbild von Karlheinz Berger und denken in der Fürbitte an die trauernden Angehörigen.   

Dr. Detlef Blöcher, ehemaliger Missionsleiter, und das DMG-Team

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Kommentare

Kommentar von Peter und Gabi Gander |

Mit herzlichem Gedenken an Bruder Karlheinz Berger grüßen wir, wenn auch unbekannt. In der Trauer, doch in dem Wissen, dass Er nun bei Gott ist. Was für ein eindrucksvolles, aufopferndes Leben!

Mit herzlichen Grüßen

Peter und Gabi Gander, Gelsenkirchen. DMG

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