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Nachruf: Emilie Totz
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Nachruf: Emilie Totz

Emilie Totz * 20 Nov 1935 † 26. Mai 2020
Emilie Totz * 20 Nov 1935 † 26. Mai 2020

Wir nehmen Abschied von unserer früheren Missionarin und langjährigen Wegbegleiterin Emilie Totz. In einer christlichen Familie aufgewachsen, hat sie schon früh Jesus persönlich kennengelernt und wusste sich als Missionarin gerufen. Insbesondere lag ihr Pakistan am Herzen, wo ihr Bruder Karl als Missionar tätig war. Zielstrebig bereitete sie sich auf ihren Einsatz vor: Bibelschule in Beatenberg, Krankenpflegeausbildung, Mitarbeit an der Bibelschule, Sprachaufenthalt in England.

Dabei lernte sie den Freund ihres Bruders Karl kennen – und lieben: Hermann Totz. Weihnachten 1961 verlobten sich die beiden und heirateten ein Jahr später. Im Mai 1963 reisten sie über die DMG nach Brasilien aus (in Verbindung mit der englischen Mission UFM). Nach dem Portugiesisch-Studium zogen sie zu dem indigenen Volk der Kajapos, wo sie das Evangelium verkündigten, Kranke versorgten und Gottes Liebe weitergaben. Später arbeiteten sie unter den Guajajaras. In Brasilien wurden ihnen 4 Kinder geschenkt.

In den Heimataufenthalten berichteten sie über ihre Arbeit unter Indigenen und beeindruckten die Zuhörer mit einem großen Pfeil und Bogen, deren Gebrauch sie praktisch vorführten. Die angeschlagene Gesundheit ihres Mannes erforderte 1979 die Rückkehr der Familie nach Deutschland, wo Emilie im Alten- und Pflegeheim Haus Edelstein, Schriesheim, in der Krankenpflege eine erfüllende Aufgabe fand, während ihr Mann als AB-Bezirksprediger tätig war. Die seelsorgerliche Begleitung der Senioren lag Emilie besonders am Herzen – einfühlsam diente sie ihnen im Namen Jesu – und bald wurde ihr die Pflegdienstleitung übertragen. Im Herzen blieb sie Missionarin und auch mit der DMG eng verbunden: 1993 – 2006 (bis zum Erreichen der Altersgrenze) arbeitete sie im DMG-Missionsrat mit und 1998 – 2004 im Vorstand sowie im Komitee für Neue Missionare.

Mit ihrem gewinnenden Wesen hatte Emilie eine große Ausstrahlung

In ihrer ruhigen, zurückhaltenden, bescheidenen Art wirkte sie sehr sympathisch. Ihr strahlendes Lächeln, fröhliches Gesicht und herzhaftes Lachen waren ansteckend. Sie war eine mutige und tapfere Frau, die in den schweren Krankheitszeiten ihres Mannes die Familie führte. Sie war eine tiefe Beterin: sie breitete alle Anliegen im Gebet vor Gott aus, statt über Not zu klagen. Ihr Herz war von Dankbarkeit erfüllt: Dank gegenüber Gott in allen Lebenslagen und gegenüber Menschen für ihre Dienste und Gefälligkeiten. Die persönliche Beziehung zu Jesus war ihr besonders wichtig: neue Missionare fragte sie regelmäßig, wie sich ihr persönlicher Glaube entwickele.

Bis 1979 war sie Missionarin in Brasilien
Bis 1979 war sie Missionarin in Brasilien

Sie hatte ein Herz für Mission, ein tiefes Anliegen, dass Menschen Jesus kennenlernen. Sie war mit vielen Missionaren persönlich verbunden und nahm mit großem Interesse an ihrem Dienst und Ergehen teil. Es war ihr eine große Freude, dass 2 ihrer Kinder als Missionare ins Ausland gingen, ohne über die persönlichen Opfer zu klagen; ja es war ihr tiefer Wunsch, dass junge Leute sich in die Mission rufen lassen. Darin ist und bleibt sie uns ein großes Vorbild.

Mit Emilie hat der Herr eine große Frau und Missionarin zu sich gerufen. Sie darf jetzt erleben, was sie hier geglaubt hat. In der Fürbitte denken wir an ihre Kinder Gabriela, Dorothea, Andreas und Joachim, die Schwiegerkinder, ihre Enkel und Urenkel.     

Detlef Blöcher, ehemaliger DMG-Missionsleiter

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