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1.300 Gäste erlebten bei herrlichem Sonnenschein das Herbstmissionsfest 2008 der DMG ...
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S i n s h e i m (tv). Auf die dramatischen Verhältnisse von Millionen Aidswaisen im südlichen Afrika hat Missionar Hans-Jörg Richter von der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG) aufmerksam gemacht. Beim Herbstmissionsfest der DMG am Sonntag (20.09.) in deren Heimatzentrale Buchenauerhof bei Sinsheim berichtete der gelernte Krankenpfleger aus seiner Arbeit als Leiter der medizinische Abteilung der Africa Evangelical Church in Malawi. Zu dieser Kirche gehören 150 Gemeinden und zwei Dorfgesundheitszentren. Richter erklärte, in Malawi seien 15 Prozent der 13 Millionen Einwohner mit dem tödlichen HI-Virus infiziert und jährlich sterben 68.000 an Aids – „eine schreckliche Bilanz“. Der DMG-Missionar arbeitet in einem Projekt „Hope for Aids“ mit, das Kranken medizinisch und seelsorgerlich hilft und Angehörige in der Pflege unterstützt.
Im Kampf gegen die Hoffnungslosigkeit
Nach Schätzungen gibt es in Malawi 560.000 Aidswaisen. Auf dem Land kämen die Waisenkinder meist noch irgendwo bei Verwandten unter, doch in den Städten lebten Tausende in bitterer Armut auf der Straße. „Mich bedrückt ihre hoffnungslose Situation“, sagte Richter. „Jesus liebt diese Kinder – Christen müssen diesem Problem begegnen und den Waisen eine Chance auf ein gelingendes Leben geben.“ Zum Hope-Projekt gehören drei Kindertagesstätten, in denen Aidswaisen tagsüber von geschultem Personal betreut werden und nahrhaftes Essen erhalten. Abends gehen sie, wo es möglich ist, in ihre Großfamilien zurück, damit sie nicht ihr soziales Umfeld verlieren. Die Verwandten werden besucht, ermutigt, erhalten Schulungen, Betreuung und Zuschüsse fürs Schulgeld der Aidswaisen. Auf diese Weise können die Kinder eine Schule besuchen und erhalten eine Chance auf eine bessere Zukunft, so Missionar Richter.
Ein Indianerdorf ist dankbar für seine Missionare
Zum Herbstmissionsfest der DMG hatten sich rund 1.300 Gäste aus ganz Deutschland versammelt, darunter eine Gruppe mit rund 130 Teilnehmern aus Darmstadt. Ein Freund der DMG hatte seine Geburtstagsfeier auf den Buchenauerhof verlegt und seine Gemeinde und Freunde per Bus zum Herbstmissionsfest mitgebracht. Am eindrucksvollsten waren die internationalen Gäste, die sich im Programm einbrachten. Christen aus dem Orient, Senegal, Peru und Brasilien bedankten sich für die Solidarität aus Deutschland und den Einsatz der Sinsheimer Missionare in ihren Ländern. Beispielsweise die Brasilianerin Eunice Bastos. Sie erzählte aus ihrer Arbeit bei den Kajapo-Indianern im Regenwald des Amazonasgebietes. Frau Bastos ist bei einer brasilianischen Mission (MEIB) tätig, welche die DMG-Mitarbeiter Karlheinz und Eugenie Berger während ihres langjährigen Einsatzes gegründet hatten. Sie dürfe heute ernten, was DMG-Missionare (Ehepaar Berger, Pauck, Fuchs und Lotte Kornmann) in der Vergangenheit gepflanzt hatten. In ihrem Kajapo-Dorf gebe es inzwischen eine lebendige Kirche und viele Christen. Fast jeden Sonntag beteten sie namentlich für ihre früheren Missionare aus Deutschland, aus Dankbarkeit, weil sie ihnen damals das Evangelium gebracht hatten.
Wasser des Lebens muss geteilt werden
Ein Gast aus dem Nahen Osten betonte, wie wichtig es den Christen in seiner Heimat ist, frei und ohne Furcht die Frohe Botschaft auch in der Arabischen Welt weiterzusagen: „Bei uns gibt es viel Wüste. Eines der größten Verbrechen ist, wenn jemand Wasser findet und das nicht weitererzählt. Als Christen haben wir das Wasser des Lebens gefunden. Sind wir bereit es weiterzugeben?“ Er erzählte, wie er sich als 19-jähriger religiöser Muslim zur Pilgerreise nach Mekka aufgemacht habe. Unterwegs habe er christliche Missionare getroffen, die ihm die Liebe von Jesus vorgelebt und das Evangelium erzählt haben. Durch sie habe er erkannt, dass Jesus am Kreuz für ihn gestorben ist und alle seine Schuld vor Gott vergeben sei. Damals habe er sich ganz bewusst für ein Leben als Christ entschieden, so der Mann aus einem arabischen Land. Am christlichen Glauben seien ihm zwei Dinge besonders wichtig: „Die persönliche Beziehung zu Jesus, dass er mein Freund sein will und sich für mich persönlich interessiert. Und die feste Gewissheit, dass ich ewiges Leben habe. Beides kennen Muslime so nicht“, erklärte er.
Gebet für eine geistliche Reformation im Orient
DMG-Mitarbeiter Hans-Peter Lechner berichtete, dass es im Orient in manchen Regionen ein erstaunliches Wachstum christlicher Gemeinden gebe. Beispielsweise im Kurdengebiet des Nordirak und in der Kabylei (Algerien). Beide Regionen seien in der Vergangenheit zwangsislamisiert worden, womit sich die Menschen nie wirklich abgefunden haben. Sie seien nicht in der arabischen Sprache und Kultur heimisch geworden. Die derzeitige Freiheit beider Völker führe dazu, dass sich viele Menschen vom Islam abwenden, weil sie ihn nicht als ihre Religion empfinden. Die Bibel und christliches Fernsehen seien überaus gefragt, ihre Botschaft komme an. „Unter den Kurden und Berbern sind in den vergangenen Jahren Hunderte zum Glauben gekommen“, so Lechner. Die Christen in der Arabischen Welt gewinnen Mut: „Wir beten um eine geistliche Reformation in der Arabischen Welt; dass die Gesellschaft von biblischen Werten geprägt wird und jeder die volle Freiheit erhält, sich selbst zu entscheiden, an was er oder sie glauben möchte.“ Lechner forderte die Besucher des Herbstmissionsfestes auf, sich für Religionsfreiheit im Orient einzusetzen.
Trotz Benachteiligung mit Freude an Jesus festhalten
Lechner hatte einen arabischen Gast mitgebracht, einen Kirchenleiter aus seinem Einsatzland: Hassan J. berichtete von Aufbrüchen in seiner Kirche. Unter der muslimischen Bevölkerung gebe es ein wachsendes Interesse an der christlichen Botschaft. Immer wieder wagten sich einzelne Muslime in Gemeinden und fragten, was es mit Jesus auf sich habe. Vor allem unter jungen Leuten gebe es Aufbrüche. Er beobachte ein langsames, stetiges Gemeindewachstum. Viele neue Christen kämen aus muslimischen Familien. „Sie entscheiden sich für Jesus, obwohl sie dadurch oft aus ihrer Familie ausgestoßen werden und ihre berufliche Perspektiven verlieren“, sagte er. „Es ist immer wieder eindrucksvoll, wie neue Christen, die aufgrund ihres Glaubens alles verloren haben, voller Freude an Jesus festhalten.“
Eine innere Stimme sprach zu ihr …
Dr. Detlef Blöcher, Missionsleiter der DMG, schilderte zwei Beispiele von Muslimen in der Arabischen Welt, die sich für Jesus entschieden haben. Fatima aus Nordafrika sei in ihrer Familie misshandelt worden und auf der Suche nach einem inneren Halt gewesen. Immer wieder habe eine innere Stimme zu ihr gesprochen: „Du bist eine Prinzessin, ich bin dein Vater!“ Jahre später habe sie eine Bibel erhalten, und darin erkannt, dass es Gottes Stimme war. Sie habe sich für ein Leben mit Jesus entschieden. Mohammed aus der Golfregion hatte sich immer große Mühe gegeben, Gott zu gefallen. Er sei sogar islamischer Missionar geworden. Doch eines Tages habe er im Traum eine helle Gestalt gesehen, die ihm erklärte, dass er auf dem falschen Weg sei. Wenige Tage später entdeckte er ein neues christliches Fernsehprogramm, dessen Sendungen er interessiert verfolgte. Im Lauf der Zeit habe er erkannt, dass die helle Gestalt in seinem Traum Jesus war. „Auf diese Weise ist Mohammed zum Glauben gekommen“, so Dr. Detlef Blöcher beim Herbstmissionsfest.
Würdigung für die verstorbene Missionarin Dr. Ursula Schmitz
Hartmut Peters, Personalleiter der DMG-Missionare in Asien, berichtete den 1.300 Gästen des Herbstmissionsfestes vom unerwarteten Tod der 56-jährigen Missionsärztin Dr. Ursula Schmitz am 11. August in ihrer Klinik in Pakistan. Sie war in wenigen Stunden einer Tropenkrankheit erlegen. Peters würdigte den Dienst und das Leben der verstorbenen Missionarin als vorbildlich: „Tausende Menschen wurden durch Dr. Ursula Schmitz gesegnet.“ Für ihren medizinischen Dienst war sie von der pakistanischen Regierung mit einem Verdienstorden geehrt worden. Peters sagte: „Dr. Ursulas Wesen war von Freundlichkeit, Akzeptanz und Höflichkeit geprägt.“ In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass die DMG dringend Ärzte und Pflegekräfte für Afrika und Asien sucht. Auch für die christliche Klinik in Pakistan, wo Dr. Ursula Schmitz tätig war. Nach dem Tod von Frau Schmitz drohe dem Krankenhaus die Schließung aufgrund von Personalmangel.
Und Freude über neue Missionare
Etwa 20 junge Missionare stellten sich den Besuchern des Herbstmissionsfestes vor. Beispielsweise die 25-jährige Annekathrin Dörffel aus Falkenstein (Vogtland), die in Peru vernachlässigten Kindern helfen wird. Heike Huhn will Mitarbeiter des christlichen Radiosender Trans World Radio in Osteuropa fördern. Melanie Keppler möchte in Sibirien christliche Gemeinden unterstützen. Martin und Silke Hornfischer wollen den Indianern Alaskas ganzheitlich helfen. Sie alle erhielten großen Applaus, weil sie gemäß dem Motto des Herbstmissionsfestes, in anderen Ländern „Mit Freu(n)den Leben teilen“. Auch das Rahmenprogramm der DMG konnte sich sehen lassen: 32 Teenager erlebten einen Brautraub in Zentralasien in einer echten kirgisischen Jurte. Mehr als 150 Kinder erfreuten sich an der Hüpfburg, Spielstraße und einem Bibelabenteuer mit Gideon. In der Mittagspause gab es bei herrlichem Spätsommerwetter eine bunte Ausstellung rund um die Projekte und Arbeitsgebiete der DMG. Mittendrin sorgte Luis Trujillo aus Ecuador für Atmosphäre. Er bezauberte die Besucher in seinem bunten Poncho mit südamerikanischen Flöten- und Charangoklängen (eine kleine Gitarre).