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Der Buchenauerhof: Geschichten rund um ein wunderschönes Kleinod im Kraichgau

Das idyllische Schlösschen:

Heimatzentrale der Deutschen Missionsgemeinschaft

S i n s h e i m (tv). Wer auf der schmalen Kreisstraße von Waldangelloch nach Weiler unterwegs ist, kommt an einem Kleinod des Kraichgau vorbei: dem romantischen Schlösschen Buchenauerhof. Über Wiesen und Pferdekoppeln fällt der Blick auf die zwischen mächtigen Buchen verborgene hübsche Sandsteinfassade und den Rundturm. Früher nannte man dieses Landgut aus dem 17. Jahrhundert "Ziegelhof", was wohl auf die reichen Lehmvorkommen zurückzuführen ist. Eine uralte Buche überragt das Schloss und lässt erahnen, weshalb der Name im vergangenen Jahrhundert geändert wurde. Schloss Buchenauerhof ist heute die Heimatzentrale der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG). Von hier aus sind mehr als 300 Missionare in 70 Länder weltweit entsandt.

Die DMG, deren Arbeit alleine durch Spenden finanziert wird, bemüht sich mit großem Aufwand, Schloss Buchenauerhof zu erhalten. Nach Renovierungsarbeiten (seit 2001) an Dach und Fassade erstrahlt das Hauptgebäude des ehemaligen Gutshofes wieder in neuem Glanz. Die nach historischem Vorbild schwarz glasierten Ziegel glänzen in der Sonne und verleihen dem Gebäude einen erhabenen Anblick. Die neue Turmspitze mit Windfahne und die Gaubenverkleidungen aus Zinkblech sind Handarbeit und ausgesprochen sehenswert. Der beige Anstrich betont die warmen Töne der Sandstein-verzierten Fassade. Dieses Schlösschen ist einen Ausflug wert. Gelegenheiten zu Hausführungen bieten sich bspw. bei den Gebetssonntagen der DMG oder nach telefonischer Vereinbarung (Tel. 07265-9590).

Die DMG legte Wert darauf, dass die umfangreichen Arbeiten am Schloss von einheimischen Fachbetrieben ausgeführt wurden; das Dach restaurierte Firma Geist (Berwangen), die Blechnerarbeiten erstellte Fa. Reinhardt (Fürfeld), die Zimmererarbeiten führte Fa. Riddinger (Hilsbach) durch, die Restauration Fa. Fuchs (Hornberg), den Fassadenanstrich Fa. Hess (Waldangelloch), die Sandsteinarbeiten Fa. Alwert (Mühlbach), die Projektplanung lag bei Architekturbüro Gomer (Adelshofen). Darüber hinaus beteiligt waren die Firmen Gerüstbau Brenneisen (Kälbertshausen), Schlosserei Kraut (Richen) und die Schreinerei Bergstein u. Schorndorf (Hilsbach). Die gesamte Renovierung geschah in guter Abstimmung mit dem Denkmalamt Karlsruhe.

Die Geschichte des Buchenauerhofs...

lässt sich zurückverfolgen bis vor den 30-jährigen Krieg. In der "Kraichgauforschung" von Dekan H. Schuchmann finden sich folgende Aufzeichnungen: "Nach dem 30-jährigen Krieg bemühten sich die Herrschaften von Venningen, mit Sitz in Eichtersheim bei Sinsheim (Kraichgau), schweizer Mennoniten auf ihre abgebrannten Höfe und brachliegenden Felder zu bekommen. Die Mennoniten waren hervorragende Landwirte von ungewöhnlichem Fleiß, sittsam und streng gläubig. Auch der Ziegelhof (heute Buchenauerhof genannt), der schon im 16. Jahrhundert erbaut worden war, kam damals unter die Verwaltung einer Mennoniten-Familie. In den Häusern der Siedler wurde ein größerer Raum als 'Bethaus' eingerichtet, bei vielen mit dem Wandspruch: 'Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker', Jesaja 56,7."

Diese Worte wurden der DMG 1986 bekannt - und sie lösten Verblüffung aus: Hatte man doch denselben Bibelvers schon in den 70-er Jahren groß als Leitwort in der Kapelle des Schlosses aufgehängt. Gebet und die Verkündigung der Frohen Botschaft in Wort und Tat sind für die DMG schließlich von zentraler Bedeutung. (Übrigens: Mennoniten gibt es heute noch in Sinsheim (Gemeindezentrum, Am Mönchsrain 2). Sie sind die älteste ev. Freikirche der Region und haben über die Wirren der Zeit stets ihre Eigenständigkeit und ihren gelebten Glauben bewahrt.)

1860 kaufte der Gold- und Silberwarenfabrikant Karl August Denning aus Pforzheim das kleine Gehöft Ziegelhof und erstellte die Hauptgebäude des heutigen Hofs. 1888 übernahm Fabrikant August Benckiser, ein Freund Dennings aus Pforzheim, den Buchenauerhof und ließ das Herrenhaus zum heutigen Schloss umbauen. Eine Wendeltreppe aus behauenem Sandstein wurde auf dem alten Schloss in Waldangelloch abgetragen und in den Umbau stilvoll integriert. Aus dieser Zeit stammt auch das mächtige Walmdach mit Türmen und schwarz glasierten Ziegeln. Mehrmals wechselten die Besitzer. 1940 wurde das Gut von Familie Edmund Sprenger sen. übernommen.

1971 erwarb die Deutsche Missionsgemeinschaft einen Teil des Geländes mit dem Herrenhaus. Das weitläufige parkähnliche Areal ist gut geeignet für die Mission: Ruhig gelegen, können sich Missionare hier von ihren herausfordernden Diensten in Übersee erholen. Zudem liegt es verkehrsgünstig nahe der Autobahn als Zubringer zu internationalen Flughäfen. Anfang der 90-er Jahre baute der Golfclub Sinsheim das Gelände rund um das Hofgut zum Golfplatz aus. Heute wird der Buchenauerhof von der Deutschen Missionsgemeinschaft, dem landwirtschaftlichen Betrieb Sprenger und dem Golfclub bewirtschaftet, die sich als gute Nachbarn verstehen.

Wenn Sie, Ihre christliche Gemeinde, Gruppen und Kreise einmal einen Ausflug auf den Buchenauerhof machen möchten, dann wenden Sie sich einfach telefonisch an uns (07265-9590). Es gibt hier vielfältige Möglichkeiten (nicht zuletzt einen wunderschönen Grillplatz) - auf Anfrage erstellen wir für Besuchergruppen auch gerne ein individuelles Programm rund um Mission...

Theo Volland
(DMG-Redakteur)

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