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Gott und du – keine halbe Sache!

450 junge Leute feierten mit der DMG die JUMI-NIGHT 2011 – „die bunte Nacht der Mission“


„Wir benötigen dringend ein Dutzend neue Mitarbeiter für die Republik Südsudan, damit Menschen in Not geholfen und Hoffnung in Jesus Christus vermittelt wird.“ Henrik Ermlich, ein Jugendpastor der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG), fand markante Worte bei der JUMI-NIGHT 2011, dem Jugendtreffen der DMG am 23. Juli in Sinsheim. Er forderte die rund 450 jungen Christen zum entschlossenen Handeln für Gott und zu einem authentischen Leben mit globalem Horizont auf. Dabei machte er besonders auf die Not der Menschen im kürzlich unabhängig gewordenen Südsudan aufmerksam, wo er als DMG-Missionar tätig ist.

 

Nothilfe für Flüchtlinge

Ermlich und seine Kollegen haben in den vergangenen Monaten mehrfach zu Fuß entlegene Distrikte bereist, um Menschen zu helfen und ihnen die Frohe Botschaft von Jesus weiterzugeben. Er berichtete von schrecklichen Zuständen: Die Grenzregion zum Nordsudan gleiche einem Pulverfass, wo beide Länder ihre Armeen aufmarschieren ließen. In der Region Abyei, in der es Erdöl gebe, sind Tausende umgebracht und 30.000 Menschen vom Volk der Dinka vertrieben worden. In den Nuba-Bergen habe es Massaker gegeben. Zudem seien Hunderttausende Südsudanesen aus den Städten des Nordens in ihre Heimat zurückgekehrt und suchten nun eine neue Bleibe. Der riesige Flüchtlingsstrom überfordere das neue Land, dessen Bürokratie und Infrastruktur noch nicht aufgebaut ist. Es gebe weder Straßen, noch Brücken. „Da ist es schwer, Hilfe effektiv ans Ziel zu bringen.“ In einem Dorf am Nil seien in wenigen Wochen 3.500 Flüchtlinge angekommen. Sie benötigten dringend Plastikplanen, um ihre provisorischen Hütten vor der Regenzeit abzudichten, Moskitonetze, zum Schutz vor Malaria, Nahrung und Medizin. Ermlich erzählte: „Ich war dort und habe versucht, das Notwendige über größere Hilfsorganisationen in die Stadt zu holen, doch keiner wollte etwas geben. Es war erschütternd!“

 

Traumaseelsorge und Hoffnung

Es sei „extrem schwer, im Land als Missionar zu leben und zu arbeiten“, doch es lohne sich. Neue Mitarbeiter seien notwendig, die den Menschen im Kleinen helfen, durch landwirtschaftliche Aufbauhilfe, Brunnenbau für sauberes Trinkwasser und Hygieneaufklärung zur Vermeidung von Krankheiten. Die Menschen benötigten Traumaseelsorge zur Aufarbeitung der kriegerischen Vergangenheit. Ehemalige Kindersoldaten, Opfer von Brutalität und vergewaltigte Frauen benötigen Hilfe, ihre seelischen Wunden zu heilen, und neue Hoffnung durch die biblische Botschaft. In etlichen Regionen sei der Name Jesus noch völlig unbekannt. Geisterglaube zerstöre das Leben von Menschen: Kinder hungerten, obwohl ihre Familien Kühe besitzen, weil die Tiere den Geistern geweiht seien – ihre Milch und das Fleisch dürften nicht verzehrt werden. Die Botschaft der Bibel befreie Menschen vor Geisterfurcht und helfe konkret, ihre Ressourcen zu entwickeln und den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Der Südsudan sei offen für den christlichen Glauben. Beim letzten Einsatz hätten sich 120 Erwachsene und 60 Jugendliche zu Jesus bekehrt. An einem anderen Ort habe es nach nur einer Woche 46 Taufen gegeben. „Wir brauchen dringend neue Missionare, die helfen, Christen zu ermutigen, und ihnen zeigen, wie man den Glauben an Jesus im Alltag lebt.“

 

Angst oder Glaube?

Ermlichs Predigt vor den 450 Teilnehmern der JUMI-NIGHT ging unter die Haut. Er sprach über Glaube und Angst und forderte die jungen Zuhörer auf, Gott zu vertrauen: „Warum beten wir oft nicht für Kranke? Aus Angst, dass Gott nicht handelt und wir als die Dummen dastehen!? Warum machen wir unseren Glauben nicht bekannt? Aus Furcht, dass die Menschen uns auslachen?! Doch wenn wir nicht für Kranke beten, wie sollen wir erleben, dass Gott heilt? Wenn wir niemandem von unserem Glauben erzählen, wie sollen Gemeinden wachsen? Jesus will, dass wir unsere Angst überwinden!“, so der Jugendpastor. Es gehe um die Entscheidung, nicht auf die Angst zu schauen, sondern Gott und seiner Kraft zu vertrauen. „Was willst du am Ende deines Lebens zu Gott sagen: ‚Schau, hier ist meine Briefmarkensammlung, hier sind meine Pokale?’ Oder: ‚Ich bin in die Slums gegangen und habe einem kleinen, verletzten Jungen geholfen. Die Liebe Gottes hat ihn so verändert, dass er später eine Chance im Leben hatte.“

 

Ganze Sache mit Jesus?

Philip B. (20) berichtete von seinem Jahreseinsatz unter behinderten Kindern in Indien. Arme Christen dort seien ihm zum Vorbild geworden: „Wenn du ein spannendes Leben mit Gott haben willst, musst du ihm dein Leben ganz geben, wie viele Christen in Indien es tun.“ Ihre Ernsthaftigkeit im Glauben habe ihn tief berührt. „Mir sind ehemalige Mörder und Prostituierte begegnet, die sich zu Jesus bekehrt haben und ein total verändertes Leben führen. Sie treffen sich jeden Tag zum gemeinsamen Gebet, denn sie bekennen: ‚Ohne das tägliche Gebet fallen wir in unser altes Leben zurück. Es ist unser Schutz, damit der Glaube lebendig bleibt.“

 

Musik vom Feinsten

Musikalisches Highlight des Jugendtreffens der DMG war ein Konzert mit Samuel Harfst und Trio, die 2009 beim MTV-Nachwuchswettbewerb unter die besten deutschen Newcomerbands gewählt worden sind. Sie spielten vor begeistertem Publikum einen Sound, der durch Schlichtheit und Klarheit faszinierte. Dazu brachten sie tiefsinnige Texte auf die Bühne. Leise, handgemachte Musik vom Feinsten mit nachdenklichen Tönen. Die melodisch gezupfte Gitarre und authentische Stimme von Harfst, das glasklare Cello von Dirk Menger sowie die Cajon und Percussion David Harfsts kamen an. Ihre Songs und Geschichten wecken Glauben an das Gute im Leben. Motiviert sangen alle mit: „Denn der Herr tut heute noch Wunder, Stunde um Stunde, Tag für Tag!“

 

40 junge Leute ins Ausland

Besonders in Erinnerung bleibt den Teilnehmern der JUMI-NIGHT sicher auch die bunte Vorstellung von rund 40 jungen Leuten, die in den nächsten Monaten ihren Jahreseinsatz im Ausland beginnen. Ann-Sophie (19) aus Sinsheim beispielsweise wird in Kamerun die Kinder einer Missionarsfamilie unterrichten. Hans (18) aus Hannover möchte in einem Sozialprojekt in Thailand mithelfen. Carolin (19) aus Crailsheim geht nach Südfrankreich in die christliche Jugendarbeit und Hausaufgabenhilfe für Migrantenkinder. Es war ein eindrucksvolles Bild, als sich die 40 Kurzzeit-Mitarbeiter rund um die Zuschauer aufstellten und für ihren Einsatz segnen ließen. Anschließend war das Publikum gefragt: Jeder konnte mit Edding einen Gruß aufs T-Shirt der Kurzzeit-Mitarbeiter schreiben.

 

Internationales Flair

Nach einer Runde Sing and Praise, musikalisch hochwertig begleitet von der Band der Freien ev. Gemeinde Hoffenheim, ging es ins Nachtcafé, wo Mitarbeiter der DMG in interaktiver Weise ihre Arbeit vorstellten. Marc Menne ist Flugmechaniker in Papua-Neuguinea. Er testete die jungen Leute auf ihre Geschicklichkeit. Im Einsatz sorgt er dafür, dass Missionsflugzeuge im Dschungel Krankentransporte und Hilfsgüter fliegen können. Martin Seidl-Schulz (Kenia) erklärte, wie man die Bibel in eine fremde Sprache übersetzt. Claudia W. berichtete von ihrer Arbeit in einem Kinderheim in Russland. Kein Zweifel, die Teilnehmer der JUMI-NIGHT haben spannende und interessante Eindrücke aus aller Welt und viel Motivation und neue Impulse mit nach Hause genommen. Einige Jugendliche übernachteten noch im Freien am Lagerfeuer oder in Zelten und im Massenquartier. Sie genossen das gemeinsame Frühstück und einen fröhlichen, internationalen Jugendgottesdienst am nächsten Morgen.

 

 

 

 

 

Damit Menschen Gott begegnen ...