Ein Vertreter der Indischen Evangelischen Allianz berichtet
S i n s h e i m / C h a n d i g a r h (tv). Im nordwest-indischen Bundesstaat Punjab hat sich die Zahl der Christen und der christlichen Gemeinden in den vergangenen zehn Jahren beinahe verdreifacht. Das berichtete der Leiter der regionalen Evangelischen Allianz, Issac Dutta (Chandigarh / 4. Bild v.o. mit Familie), bei einem Treffen mit Verantwortlichen der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG) in Sinsheim. Punjab ist einer der kleinsten Bundesstaaten Indiens und zählt rund 24 Millionen Einwohner. Es gibt dort 12.278 Ortschaften mit 5.000 bis 20.000 Menschen. Vor zehn Jahren habe es erst in 3.000 dieser Orte eine christliche Gemeinde gegeben; in den vergangenen zehn Jahren seien in 4.000 weiteren erstmals Gemeinden gegründet worden. Die Evangelische Allianz von Nordwest-Indien habe sich nun das Ziel gesetzt, bis 2010 die verbleibenden 5.660 Orte mit dem Evangelium zu erreichen.
Anlass zu großer Freude
Zudem sei die Anzahl christlicher Organisationen in Punjab gewachsen, von 65 im Jahr 1998 auf mehr als 100 heute. Damals habe es rund 1.000 vollzeitliche Mitarbeiter in Gemeinde und Mission im Punjab gegeben, heute seien es 1.700 Mitarbeiter. Die Menschen in Punjab seien offen für die Frohe Botschaft, so Dutta. Von etwa 20.000 Besuchern einer Evangelisation im vergangenen Jahr hätten sich 1.500 öffentlich für Jesus entschieden. Die Entwicklung gebe Anlass zu großer Freude, sagte der Inder. Sie sei vor allem auf eine Gebetsbewegung zurückzuführen, an der sich 3.000 punjabische Christen aktiv beteiligen. Die Indische Ev. Allianz biete Seminare für Gemeindegründung an, um das missionarische Engagement der Christen dort zu unterstützen, so Dutta.
Doch es gibt auch massive Verfolgung
Gleichzeitig leiden die Christen in Punjab sehr unter Verfolgung und gewaltsamen Übergriffen durch Hindu-Extremisten. Dutta zeigte per Video, wie fanatische Hindus einen indischen evangelischen Pastor im Punjab überfallen haben. Sie prügelten den Mann mit Stöcken und Stangen blutig, brachen ihm ein Bein und demolierten seine Wohnung. Mit dem, was dann geschehen ist, hatten die Attentäter jedoch nicht gerechnet: Vor laufender Kamera folgte ihnen der Pastor (mit angebrochenem Bein!) gefasst auf die Straße hinaus und begann dort den rund 50 Passanten zu predigen. Er machte deutlich, dass Christen nichts Böses tun, dass sie nur Zeugen sind von Jesus Christus. Und dass Jesus alle Menschen – auch die jugendlichen Attentäter – lieb hat! Die ganze Botschaft ist auf dem Film aufgezeichnet.
Mit einem Euro sechs Familien für Jesus erreichen
Darüber hinaus berichtete Dutta von acht indischen Pastoren, die aufgrund ihres Glaubens inhaftiert worden sind: „Durch ihr Vorbild und ihre klare Botschaft haben sich in der Haftanstalt 60 Menschen zu Jesus bekehrt“, so Dutta. Die Indische Evangelische Allianz versorgt nun die Pastoren und die gläubig gewordenen Häftlinge mit Bibeln. In diesem Zusammenhang bat der Repräsentant der indischen Ev. Allianz die Christen in Deutschland um Hilfe für ihre missionarischen Bemühungen: „Mit einem einzigen Euro kann man in Punjab eine Bibel kaufen, oder sechs neue Testamente. Man kann also mit einem Euro sechs Familien mit der Frohen Botschaft erreichen!“, so Dutta.